Das Jahr 2025 war für den Landkreis Freising ein Jahr des Rückblicks und des Umbruchs zugleich. Landrat Helmut Petz zog in seinem Jahresbericht Bilanz über erzielte Fortschritte und die solide finanzielle Lage des Landkreises, gleichzeitig wurden die Weichen für zentrale Projekte der kommenden Jahre gestellt, die die Lebensqualität vor Ort nachhaltig verbessern sollen. Die politischen Entscheidungen und Investitionen orientieren sich dabei an langfristigen Zielen in Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung, Mobilität, Energie und Klimaanpassung.
Finanziell konnte der Landkreis trotz belastender Rahmenbedingungen den Haushalt 2026 solide aufstellen und die Kreisumlage moderat senken. Dies verschafft den Gemeinden und dem Landkreis Spielräume für freiwillige Leistungen und Investitionen in Zukunftsthemen. Zu diesen zählen kommunale Mobilitätsangebote, der Ausbau des Busverkehrs und ergänzende Verkehrsprojekte, die auch 2026 weitergeführt werden sollen, ebenso wie strategische Planungen zur Abfallwirtschaft, wo der Landkreis künftig die Bewirtschaftung von Restmüll- und Biotonnen zentral übernimmt und neue Dienstleistungsstrukturen einführt. Parallel ist die Fortschreibung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts ein Schwerpunkt, um die Versorgung älterer Menschen langfristig zu verbessern.
Ein übergeordnetes Infrastrukturthema ist der digitale Ausbau: Der Glasfaserausbau in der Gemeinde Wang zum Beispiel hat einen weiteren entscheidenden Schritt gemacht. Ende 2025 wurde der Spatenstich für den geförderten Ausbau eines weiteren Teilabschnitts gesetzt, der rund 660 Haushalte direkt ans Glasfasernetz anschließen. Dieser Ausbau geschieht in Ergänzung zu anderen Glasfaserprojekten im Landkreis, zu denen auch eigenwirtschaftliche Initiativen der Deutschen Telekom in mehreren Kommunen gehören, bei denen hohe Bandbreiten für tausende Haushalte geplant sind. In einigen anderen Gemeinden wie Eching ist der Glasfaserausbau sogar schon abgeschlossen und bietet bereits Gigabit-Geschwindigkeiten.
Gleichzeitig stehen weitere Projekte in kleineren Gemeinden 2026 auf der Agenda: Neben dem Netzausbau sind zahlreiche Tiefbau- und Straßensanierungen geplant, die den lokalen Verkehr und die Erschließung verbessern. Dazu gehören Sanierungsarbeiten an Geh- und Radwegen, der Ausbau von Ortsdurchfahrten gemeinsam mit Gemeinden wie Allershausen oder Zolling und Deckenerneuerungen auf Kreisstraßen, die die Vernetzung der ländlichen Räume stärken sollen.
Auch Moosburg rüstet auf. Trotz der schwierigen Haushaltslage steht die Erweiterung der Theresia-Gerhardinger-Grundschule auf dem Plan. Abzüglich einer Förderung von rund 13 Millionen Euro, ist es die größte Investition der Stadtgeschichte.
Ein zentrales Großprojekt, das über alle kommunalen Ebenen hinausstrahlt, ist der Neubau des Staatlichen beruflichen Schulzentrums in Freising. Nach dem feierlichen Spatenstich Ende 2025 werden 2026 die intensiven Bauphasen folgen, in denen der Rohbau des neuen Campus entsteht und erste Innenarbeiten vorbereitet werden. Dieser neue Schulstandort an der Wippenhauser Straße wird Raum für bis zu 1500 Schüler bieten, modernste Lern- und Werkstätten, eine Dreifachturnhalle, Mensa, Tiefgarage und großzügige Außenanlagen umfassen und damit eine zentrale Bildungsadresse im Landkreis werden. Die Gesamtfertigstellung ist bis 2029 geplant, und der Campus wird als Teil des „Lernviertels Freising“ verstanden, ein Projekt, das Bildung, Stadtentwicklung und innovative Mobilitätskonzepte verbindet.
Neben digitalen und baulichen Investitionen sind 2026 auch kulturelle und gestalterische Initiativen vorgesehen: Der Landkreis und die Kreishandwerkerschaft rufen zum Wettbewerb „Gute Baugestaltung 2026“ auf, bei dem herausragende Bauprojekte aus Architektur und Handwerk ausgezeichnet werden sollen.
Weitere kommunale Entwicklungen betreffen die geplante europäische Mobilitätswoche, Maßnahmen zur Energiewende auf kommunaler Ebene und die Entwicklung lokaler Wärme- und Nahwärmekonzepte, die mittelfristig die Energieversorgung nachhaltiger machen sollen. Denn viele Gemeinden erarbeiten aktuell Energie- und Wärmepläne, die den Weg zu klimafreundlicher Energieversorgung ebnen und damit lokale Beiträge zu nationalen Klimazielen leisten.
Im Gesamten zeigt sich, dass 2026 für den Landkreis Freising ein Jahr der Umsetzung, Vernetzung und Qualitätssteigerung in vielen Feldern werden kann: Vom digitalen Ausbau über Verkehrs- und Tiefbaumaßnahmen, von Bildungs- und Kulturprojekten bis hin zu innovativen Energie- und Mobilitätslösungen arbeiten Städte und Gemeinden gemeinsam daran, die Region zukunftsfest zu machen. Alle Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Entwicklungspfades, der den ländlichen Raum bereichert, Lebensqualität steigert und innovative Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen findet.