In Freising zeichnet sich schon vor der Kommunalwahl am 8. März ein bedeutender politischer Umschwung ab. Der bisherige Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, der die Stadt über ein Jahrzehnt lang politisch geprägt hat, wird bei der anstehenden Wahl nicht mehr kandidieren. Eschenbacher war seit 2012 Oberbürgermeister und damit über mehrere Wahlperioden hinweg eine feste Größe in der Stadtpolitik. In dieser Zeit hat er Projekte wie die umfangreiche Innenstadterneuerung und verschiedene Infrastrukturvorhaben begleitet und mitgetragen. Sein Rückzug aus dem Rennen um eine weitere Amtszeit bedeutet nicht nur das Ende seiner persönlichen Amtszeit, sondern eröffnet auch den politischen Wettbewerb um das Rathaus in einer neuen, offenen Konstellation. Als zentralen Grund für seine Entscheidung nennt Eschenbacher persönliche Prioritäten. Dieser Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Debatten über städtische Finanzen, Zukunftsprojekte und die generelle Entwicklung der Kommune die Wähler intensiv beschäftigen. Gleichzeitig hat Eschenbachers Wählergemeinschaft vorgesorgt: Es wurde bekannt, dass Stadträtin Monika Schwind, derzeit Finanzreferentin im Stadtrat, als Kandidatin ins Rennen geschickt werden soll. Damit will die FSM – die seit ihrer Gründung 2011 als lokale Plattform parteiübergreifend wirkt und über Jahre ein politisches Gegengewicht zu den etablierten Parteien bildete – Kontinuität signalisieren. Schwind bringt Erfahrung in Finanzfragen mit und soll den Übergang in eine neue politische Phase der Stadt gestalten.
Die Kommunalwahl selbst ist nicht nur eine Personalfrage: Sie entscheidet über die Zusammensetzung des Stadtrats, mögliche Mehrheiten und die politische Ausrichtung Freisings für die kommenden sechs Jahre. Neben der Nachfolge im Amt des Oberbürgermeisters stehen zahlreiche kommunalpolitische Themen im Fokus, etwa Wohnraumentwicklung, städtische Infrastruktur und die finanzielle Lage der Kommune. Träger großer Wählergruppen und Parteien präsentieren ihre Programme, um auf den bevorstehenden Urnengang einzuwirken. Mit Eschenbachers Rückzug ist der Wahlkampf spürbar in Bewegung geraten: Es ist ein Abschied von einer politischen Figur und eröffnet zugleich Chancen für neue politische Kräfte und Diskussionen über die Zukunft der Stadt. Ob die FSM unter Schwind die bisherige Linie fortführen kann oder ob andere Kräfte die politische Landschaft verschieben werden, ist in diesem Jahr wohl eine der spannendsten Fragen im Landkreis.