Einstimmig hat der Bezirkstag von Oberbayern den Oberbayerischen Kulturpreis 2024 an Fotografin Nomi Baumgartl und den Dirigenten Mark Mast vergeben.
Mit dem Zusammenspiel von Mensch und Natur beschäftigt sich die international renommierte Fotografin Nomi Baumgartl, die ihre Fotokunst als „Hommage an die Schöpfung” bezeichnet. Mit 21 Jahren begann sie professionell zu fotografieren. Baumgartl studierte Visuelle Kommunikation in Düsseldorf und erlernte die analoge Fotografie, der sie treu geblieben ist. Anfangs setzte sie den Schwerpunkt auf Fotoreportagen und porträtierte Persönlichkeiten wie Joseph Beuys oder Papst Johannes Paul II und publizierte in Magazinen wie Geo, Stern, Time und Life. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Modewelt auf sie aufmerksam. Sie galt als Shootingstar und arbeitete für verschiedene Modemagazine wie Vanity Fair und Vogue.Natur rückte mehr und mehr in den Vordergrund ihrer Arbeit. So beschäftigt sie sich mit dem Schmelzen des Eises in der Arktis und den Alpen. Mit ihren Bildern möchte Baumgartl „der Natur mehr Gewicht verleihen”. Fotografieren ist für sie nach eigener Aussage „Bewusstseinsarbeit”. Dem Dirigenten und Musikpädagogen Mark Mast liegt die Förderung junger Musiker besonders am Herzen. Das ist auch die Intention des Vereins Bayerische Philharmonie e. V., der vom Kinderchor bis zum Symphonieorchester für alle Altersstufen Chöre und Orchester betreibt. Mark Mast hat die Bayerische Philharmonie 1994 mitbegründet und ist seitdem Intendant und Chefdirigent.
Mast sammelte bereits früh Erfahrungen in der Musik, erste Orchestererfahrungen im Blas- und im Akkordeonorchester. Er war Jazz-Saxofonist und Straßenmusiker, bevor er Musik studierte. Wichtige Impulse für seine Laufbahn erhielt er von Sergiu Celibidache und Leonard Bernstein.
Bei der Bayerischen Philharmonie arbeitete er mit Gastdirigenten wie Zubin Mehta und Sir Colin Davis zusammen.
Daneben ist Mast seit 1998 auch Intendant und künstlerischer Leiter des Schwarzwald Musikfestivals und war von 1998 bis 2009 musikalischer Leiter der Orff-Festspiele in Andechs. 2010 gründete er die Orff-Tage der Bayerischen Philharmonie.
„Mit dem Oberbayerischen Kulturpreis 2024 zeichnen wir zwei Menschen aus, die auf hohem Niveau arbeiten und Kunst und Kultur als gesellschaftliche Aufgabe begreifen”, sagte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger. Nomi Baumgartl nehme mit der Kamera komplexe Zusammenhänge von Mensch und Natur in den Blick und zeige mit ihrem fotografischen Werk die Folgen des Klimawandels. Mark Mast setze sich für ein musikalischesZusammenspiel ein, das viele junge Talente fördere und am Kunstgenuss weite Teile der Gesellschaft teilhaben lasse. „Mit ihrem Schaffen zeigen beide die große Bandbreite der Kultur in Oberbayern und wirken weit über die Grenzen des Bezirks hinaus”, so Schwarzenberger.Den Oberbayerischen Kulturpreis vergibt der Bezirk Oberbayern an Persönlichkeiten, die sich um das kulturelle Leben in der Region verdient gemacht haben. Der mit je 5.000 Euro dotierte Preis wird 2024 in Kloster Seeon verliehen.