Derzeit finden entlang des Sempt-Flutkanals Gehölzpflegemaßnahmen – von der Ausleitung aus dem Mittlere-Isar-Kanal westlich von Berglern bis zur Mündung in die Isarauen statt.
Die Arbeiten werden auf beiden luftseitigen Dammseiten jeweils in etwa 100 Meter langen Abschnitten auf einer Strecke von fünf Kilometer vorgenommen. Die dazwischenliegenden Bereiche bleiben dieses Jahr unangetastet, damit Tiere Rückzugsmöglichkeiten haben. In diesen Abschnitten werden die Gehölzarbeiten im nächsten Jahr durchgeführt. Bis Ende Februar, also zum Start der Vegetationsperiode, sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein; lediglich Aufräumarbeiten können bis Ende März dauern. Vor Beginn wurden alle Bäume von einem Biologen begutachtet, um sicherzustellen, dass sogenannte Habitatbäume mit Fledermaus-Höhlen erhalten bleiben. Auch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Erding war vorab eingebunden.
An den gehölzfreien Dammböschungen entstehen künftig ökologisch wertvolle, artenreiche Trocken- oder Halbtrockenrasen, die zahlreichen Kleinstlebewesen Unterschlupf bieten. Das bei der Gehölzentnahme anfallende Holz wird zu Hackschnitzeln verarbeitet und energetisch verwertet.
Die Gehölzentnahme ist notwendig, um die Stauanlagensicherheit zu gewährleisten. Der Sempt-Flutkanal wurde in den 1920er Jahren als Ausleitungsbauwerk des Mittlere-Isar-Kanals erbaut und dient heute vorrangig dem Hochwasserschutz, indem er Hochwasser aus der Saubach-Flutmulde ableitet. Um diese Funktion zu erhalten, müssen Gehölze auf den Dämmen entfernt werden, weil Bäume bei Sturm mit ihren ausbrechenden Wurzelteller die Anlagen schädigen könnten und auch die Durchwurzelung den Damm schwächt.
Für die Arbeiten und den Abtransport kommen Motorsägen, Bagger und weitere Spezialgeräte zum Einsatz. In den betroffenen Bereichen kann es aus Sicherheitsgründen zeitweise zu Sperrungen kommen. Spaziergänger und Radfahrer werden gebeten, diese Hinweise zu beachten und damit Unfälle zu vermeiden.