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Veröffentlicht am 31.10.2026 23:32

„Jede Woche brauche ich das nicht“

Führungstreffer zum 2:1: Felix Weber. (Foto: Anne Wild)
Führungstreffer zum 2:1: Felix Weber. (Foto: Anne Wild)
Führungstreffer zum 2:1: Felix Weber. (Foto: Anne Wild)
Führungstreffer zum 2:1: Felix Weber. (Foto: Anne Wild)
Führungstreffer zum 2:1: Felix Weber. (Foto: Anne Wild)

Zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle geriet für Mannschaft und Fans des TSV 1860 München der 4:3 (2:3)-Heimsieg über den TSV Buchbach. Mit dem Siegtreffer in der Nachspielzeit revanchierten sich die Weiß-Blauen für die Niederlage im Toto-Pokal-Achtelfinale vor zwei Monaten. In der turbulenten Ligabegegnung lagen die Gäste aus dem Landkreis Mühldorf zwei Mal in Führung, mussten am Ende aber durch einen Last-Minute-Treffer die Segel streichen.

Beim frühen Führungstreffer der Gäste sah die Defensive des TSV 1860 kollektiv nicht gut aus. Felix Weber verlor einen Zweikampf kurz hinter der Mittellinie gegen Tobias Stoßberger, der sich dadurch über die rechte Seite durchsetzen konnte. Sein Zuspiel in die Mitte fand den mitgelaufenen Tobias Sztaf, der auf seinen Namensvetter Heiland ablegte. Der platzierte Schuss des ehemaligen Juniorenspielers des TSV 1860 München, FC Bayern München und der TSG Hoffenheim fand von der Sechzehnmeterlinie den Weg zum 0:1 ins Tor (7. Min.).

Die Antwort der Löwen ließ nicht lange auf sich warten. Eine Flanke von Lance Fiedler klärte Buchbachs Schlussmann Ludwig Zech – ebenfalls ein ehemaliger Junglöwe – mit den Fäusten vor Florian Niederlechner. Der Ball prallte an die Strafraumgrenze zu Michael Eberwein, dessen Schuss Tizian Zimmermann für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie abwehrte (9. Min.). Kurz darauf stand wieder Fiedler im Mittelpunkt: Zech wehrte seinen Versuch aus gut 20 Metern Distanz mit einer Parade zur Seite ab, wo Niederlechner goldrichtig stand und mit einer beherzten Direktabnahme aus spitzem Winkel zum 1:1 traf (16. Min).

Vom Ausgleich beflügelt, drückten die Weiß-Blauen nun richtig aufs Tempo. Nach einem Zuspiel von Eberwein nahm Fabio Wagner auf der linken Seite Fahrt auf. Seine Flanke köpfte der mitgelaufene Münchner Innenverteidiger Weber zum 2:1 ein (28. Min.). Doch nach dem Rückstand meldeten sich die Buchbacher plötzlich zurück. Wieder war Heiland beteiligt. Nach einem weiten Kopfball von der Mittellinie in die gegnerische Hälfte ließ sich Lasse Fassmann von Albano Gashi den Ball klauen. Weber versuchte vergeblich zu klären. Am Ende zog Heiland aus 16 Metern ab, und der Ball rauschte zum 2:2 unter die Latte (33. Min.).

Keine zehn Minuten später sollte es für die Hausherren noch ärger kommen. Gashi legte 25 Meter vor dem Tor für seinen Kapitän Samed Bahar quer, der den Ball mit einem wuchtigen Schuss flach neben den Pfosten zum 2:3 ins Netz schickte (42. Min.). Der TSV 1860 München musste in der Halbzeitpause damit klarkommen, zwar das Spiel über weite Strecken bestimmt zu haben, der Gegner aber mit drei Torschüssen drei Treffer erzielte. 1860-Trainer Alper Kayabunar brachte für die zweite Hälfte Emre Erdogan für Wagner aufs Feld.

Nach Wiederanpfiff kamen die Gäste mit viel Selbstbewusstsein aus der Kabine. Der für sie glückliche Verlauf der ersten Halbzeit verlieh den Rot-Weißen Flügel, die nun ihren Vorsprung mutig nach vorne verteidigten. Den Löwen fiel dagegen wenig ein. Stoßberger bot sich für den TSV Buchbach eine weitere Möglichkeit – er hatte am Strafraum freie Schussbahn, jagte das Leder aber über das Tor (64. Min.). Nach einer Stunde ersetzte beim TSV 1860 München Raphael Wach den Gelb-Rot gefährdeten Damjan Dordan und Arian Ortivero Calderon den müde gekämpften Niederlechner.

Bei den Gästen wäre dem eingewechselten Fadhel Morou nach Vorlage von Stoßberger mit einem Lupfer um ein Haar ein Treffer gelungen, doch der zurückgeeilte Faßmann konnte den Versuch noch von der Linie schlagen (61. Min.). Auf der Gegenseite lag nach einem Freistoß von Cristian Leone der Ball im Buchbacher Tor, doch der Linienrichter glaubte Ortivero Calderon bei seinem Kopfball im Abseits gesehen zu haben. Der Treffer wurde nicht gegeben. (67. Min.). Den Löwen drohte langsam die Zeit davonzulaufen, zumal die Gäste weiter gefährlich blieben: Faton Dzemailji scheiterte nur knapp, weil Weber seinen Schuss mit dem Kopf abwehrte (78. Min.).

Vier Minuten später fiel doch noch der Ausgleich für die Giesinger. Eine gut getimte Flanke des neu ins Spiel gekommenen Brahim Moumou verlängerte Ortivero Calderon im Strafraum per Kopf unhaltbar zum 3:3 (82. Min.). Diesmal zählte der Treffer. In den letzten Minuten des Spiels entwickelten die nun euphorisierten Sechzger ein regelrechtes Powerplay am Strafraum des TSV Buchbach und kamen tatsächlich zum Sieg. Kapitän Dennis Dressel legte mit dem Rücken zum Tor auf Fiedler ab, der aus 20 Metern Entfernung zum 4:3-Endstand traf (90. Min. + 5). Der Torschrei der 15.000 im Grünwalder Stadion dürfte bis nach Mühldorf zu hören gewesen sein. Kayabunar beschrieb die Begegnung als „ein Highlight-Spiel in meiner Karriere“ und schob hinterher: „aber jede Woche brauche ich das nicht.“

Nach 16 absolvierten Partien schiebt sich der TSV 1860 München mit 30 Punkten auf den zweiten Tabellenplatz. Die Offensive der Giesinger kann sich sehen lassen. Mit 35 Treffern ist sie die gefährlichste der Regionalliga Bayern. Was die Anzahl der Verwarnungen anbelangt, gelten die Weiß-Blauen zusammen mit dem TSV Buchbach als das fairste Team. Am kommenden Sonntag, den 8. November, führt der Spielplan die Löwen um 15 Uhr zum SC Eltersdorf nach Erlangen. Die Begegnung im 2.500 Zuschauer fassenden Sportpark Erlangen ist bereits ausverkauft. (as)

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