Eine gute Pflege und Erziehung des Obstbaums legen den Grundstein dafür, dass ein Baum alt und widerstandsfähig werden kann. Das nötige Wissen und Können vermittelt die Ausbildung zum Obstbaumwart. In einem feierlichen Rahmen wurden nun 57 frisch gebackene Baumwarte und Baumwartinnen aus Oberbayern geehrt. Zwei der neuen Baumwarte stammen aus dem Landkreis Freising: Clarissa Schmelzle aus Freising und Dmytro Kuts aus Wang.
In 110 Stunden eigneten sich die Teilnehmenden umfassende Kenntnisse und praktische Fähigkeiten im Bereich der Obstbaumkultur an. Klar im Fokus stand dabei die Praxis. Etwa zwei Drittel der Zeit standen die Teilnehmenden vor oder auf einem Obstbaum. Zehn Module - unter anderem zum Erziehungsschnitt, der Obstverwertung und Baumgesundheit - ergänzten die Ausbildung. Damit sind die Absolventinnen und Absolventen nun bestens gewappnet für die Pflege von Obstbäumen, aber auch für die Beratung von Obstbauern und Hobbygärtnern.
„Die Ausbildung war eine großartige Gelegenheit, mein Wissen über Obstbäume zu vertiefen und praktische Erfahrungen zu sammeln”, berichtete einer der Absolventen. „Ich hättenicht gedacht, was es bei Streuobstwiesen alles zu beachten gilt und fühle mich nun gut gerüstet, um in der Praxis zu arbeiten und mein Wissen weiterzugeben.” Markus Breier, Bezirksverband für Gartenkultur und Landespflege, hob die Bedeutung dieser Ausbildungim Rahmen der Abschlussfeier hervor: „Die Obstbaumwart-Ausbildung ist ein wichtiger Schritt zur Förderung der Obstkultur in Oberbayern. Die Absolventen werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Tradition des Obstbaus in unserer Region zu bewahren und weiterzuentwickeln.”
Laut Martin Landes, Leiter des Kurses, besteht die größte Herausforderung unserer Zeit im Streuobstanbau nicht darin, alte Bestände zu pflegen und zu erhalten, sondern darin, dass sich die neu gepflanzten Bäume gesund und zukunftsfähig entwickeln können. Hierfür seien vor allem die richtige Pflanzhöhe, ein jährlicher, fachgerechter Erziehungsschnitt und die ausreichende Versorgung der Bäume mit Wasser und Nährstoffen maßgeblich. Auch das Freihalten der sogenannten Baumscheibe während der ersten drei Jahre - darunter versteht man offenen Boden im Umkreis von 30 bis 40 Zentimeter um den Stamm - hilft dem Baum, sich deutlich schneller am Standort zu etablieren.
Ins Leben gerufen hat die Ausbildung vor zwei Jahren Streuobstberater Martin Landes in Zusammenarbeit mit einigen oberbayerischen Kreisfachberatern im Zuge des Bayerischen Streuobstpakts.
Das Angebot ist beliebt: Der Jahrgang 2026 ist bereits ausgebucht. Interessierte am nächsten Kurs 2027 können sich bei Anja Aigner, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Freising, per E-Mail über anja.aigner@kreis-fs.de oder telefonisch unter 08161/600- 34212 melden.