„In den letzten Wochen haben wir gut 3.000 m³ Schlamm aus der Sempt abgesaugt“, informiert Stefan Homilius, Leiter des Wasserwirtschaftsamts München. „Damit haben wir gleichzeitig die Abflussverhältnisse und die Gewässerökologie in der Erdinger Sempt verbessert.“ Aus fischerei- und naturschutzfachlicher Sicht war es erforderlich, die Maßnahme bis Mitte April abzuschließen; „auch das Einhalten der Schonzeiten hat planmäßig funktioniert.“
Enge Platzverhältnisse und die erschwerte Zugänglichkeit zur Sempt im Erdinger Innenstadtbereich erforderten bei der Sedimententnahme den Einsatz von Spezialtechnik: Zwei amphibischen Saugbooten entfernten das aufgelandete Sediment der Sempt und pumpten dieses mit Schläuchen in sogenannte Geotubes auf die Lagerfläche auf der Insel der Pointnermühle. „Mit der Verwendung dieser riesigen Säcke aus Geotextil beschränken wir die Geruchsbelästigung auf ein Minimum“, so Homilius weiter. „Dem entnommenen Sediment wurde außerdem ein ökologisch verträgliches Fällmittel zur schnelleren Abtrocknung beigemischt. Dadurch verkürzt sich der Zeitraum der Lagerung und ein hoher Feststoffgehalt wird erreicht. Denn je stärker das Sediment entwässert, desto weniger Material müssen wir anschließend verwerten.“
Die innerstädtische Lage der Baustelle, der Einsatz von Spezialtechnik und die anschließende Verwertung des Materials sind dabei nicht nur planerisch, sondern auch hinsichtlich der Kosten anspruchsvoll: Insgesamt investiert der Freistaat im Rahmen der Maßnahme einen mittleren sechsstelligen Betrag.
Die Entschlammung ist Teil einer Reihe von Maßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes München, um eine Aufrechterhaltung der Abflusssituation und gleichermaßen auch eine Verbesserung der gewässerökologischen Verhältnisse im Stadtbereich von Erding zu erwirken. Bereits im September vergangenen Jahres hat das Amt rund 700 m³ Material unterhalb der Reisermühle in Altenerding entnommen. Zeitgleich steuerte es die koordinierte Sedimententnahme der Erdinger Wasserkraftbetreiber in deren Zuständigkeitsbereich.
Mit den Maßnahmen wird der Abflussbereich gesichert, um im Hochwasserfall ein frühzeitiges Ausufern der Sempt zu vermeiden. Zugleich wird Feinsediment entfernt, welches sich durch die geringe Fließdynamik der Sempt im Stadtbereich ablagerte. Die kieslaichenden Fische und zahlreiche weitere Kleinstlebewesen finden so wieder eine natürliche Lebensgrundlage in der Sempt mitten im Stadtgebiet von Erding.