Die Wirtschaftsschule Freising hat ihr 70-jähriges Bestehen mit einer feierlichen Veranstaltung in der Aula begangen. Zugleich steht die Generalsanierung der Schule im Umfang von 16,7 Millionen Euro kurz vor dem Abschluss. Zwei epochale Meilensteine, die im Rahmen einer Feierstunde mit rund 100 geladenen Gästen gewürdigt wurden.
Die stellvertretende Schulleiterin Ursula Schygulla sprach von einem „besonderen Geburtstag“, der durch den nahezu abgeschlossenen Umbau „doppelt besonders“ werde. In den vergangenen Jahrzehnten habe man gemeinsam gelacht, diskutiert, Prüfungen gemeistert, innovative Projekte initiiert und auch schwierige Zeiten durchlebt. Dabei betonte sie: „Unsere Schule ist keine Insel, sie ist eingebettet in ein starkes Netzwerk aus Engagement, Verantwortung und Vertrauen.“
Unter den Gästen befanden sich Landrat Helmut Petz, die Freisinger Vize-Bürgermeisterin Eva Bönig, der Landtagsabgeordnete Johannes Becher, der leitende Regierungsschuldirektor Andreas Weis, Abteilungsleiterin Eva Franz sowie Architekt Jörg-Heinrich Schwarz.
In den Ansprachen wurde neben den Erfolgen auch die dunkelste Stunde der Schulgeschichte – der Amoklauf im Jahr 2002 – sensibel in Erinnerung gerufen. Ohne alte Wunden aufzureißen, unterstrichen die Redner die Bedeutung des starken Zusammenhalts der Schulfamilie.
Andreas Weis erinnerte an die Anfänge der Schule als „bescheidene private Handelsschule im damaligen Leonhaus“, gegründet vom visionären Dr. Heinrich Graf. Sein Ziel sei es gewesen, junge Menschen nicht nur zu tüchtigen Kaufleuten, sondern auch zu verantwortungsbewussten Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern zu erziehen. Über 10.000 Absolventinnen und Absolventen später sei diese Saat sichtbar aufgegangen. „Dies ist ein außergewöhnliches Parallelereignis. Tradition trifft auf hochmoderne Zukunft. Hier findet eine exzellente Vernetzung der Schule mit Betrieben und anderen Schulen statt“, so Weis.
Landrat Helmut Petz würdigte die Wirtschaftsschule als Ort, an dem „das Fundament für berufliche Leben gelegt wird – mit vielen Perspektiven in einem durchlässigen System“. Ziel sei es stets gewesen, gefestigte Persönlichkeiten zu entwickeln. Mit Blick auf die Bauarbeiten erklärte er: „Die Grundsanierung ist so gut wie abgeschlossen.“ Trotz unerwarteter Herausforderungen – etwa eines 40 Jahre alten Daches mit vollständig durchnässter Dämmung – sei „substanziell etwas auf die Beine gestellt worden“. Für Lehrkräfte und Schülerschaft sei die Bauzeit eine „hammerharte Zeit“ gewesen, doch das Ergebnis könne sich sehen lassen.
Abteilungsleiterin Eva Franz unterstrich die Dimension des Projekts: „Es war ein herausforderndes Projekt mit einer Steigerung von Kosten und Inhalt.“ Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 16,7 Millionen Euro, wovon rund sechs Millionen Euro durch Fördermittel gedeckt werden. „Am Ende sind wir froh, dass wir etwas Gescheites gemacht haben“, so Franz. Architekt Jörg-Heinrich Schwarz verwies auf das besonders nachhaltige Sanierungskonzept.
Schulleiter Johann Müller stellte das Leitbild der Schule in den Mittelpunkt: „Kompetent, menschlich und zukunftsorientiert.“ Dieses gelte es täglich mit Leben zu füllen. Die Geduld der gesamten Schulfamilie habe sich ausgezahlt. Modern ausgestattete Klassenzimmer schaffen optimale Lernbedingungen. Zusammengefasst zeige sich ein Bild, „wie Schule sein sollte“, so Müller.
Mit dem Jubiläum und der nahezu abgeschlossenen Generalsanierung setzt die Wirtschaftsschule Freising ein starkes Zeichen für Bildungsqualität, Zukunftsfähigkeit und Vertrauen – Werte, die seit 70 Jahren Bestand haben und auch künftig das Fundament der schulischen Arbeit bilden.