In der aktuellen Spielzeit waren dem TSV 1860 München drei Siege in Folge noch nicht vergönnt. Mit einem 1:0 (1:0)-Auswärtserfolg beim Sport-Club 1926 Eltersdorf haben die Giesinger nun diese Hürde genommen. Bei nasskalter Witterung sahen die 2.500 Zuschauer, die die örtliche Sportanlage Langenau ausverkauft hatten, eine kämpferisch geführte Begegnung, bei der die Gäste auf dem tiefen, schwer zu bespielenden Boden das glücklichere Ende für sich hatten. „Ein dreckiger Sieg, kein schönes Spiel zum Anschauen“, beschrieb Löwen-Trainer Alper Kayabunar den Auftritt seiner Mannschaft zutreffend. Wem der rund 3.200 Einwohner zählende Stadtteil von Erlangen – fränkisch Äldaschdorf gerufen – bislang nichts gesagt hat, er liegt etwa fünf Kilometer südlich der Erlanger Innenstadt am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen.
Joachim Uhsemann, der sportliche Leiter der „Quecken“, bezeichnete die Begegnung gegen den TSV 1860 München im Halbzeitinterview mit dem Bayerischen Fernsehen als „mit Sicherheit das größte Spiel in der Geschichte des SC Eltersdorf“. Im ersten Durchgang hätten seine Farben „drei Bretter gehabt“ – es trafen aber die Gäste bei einer ihrer wenigen Torgelegenheiten. Fabio Wagner setzte sich über die linke Seite durch, seine Flanke erreichte Michael Eberwein, der den Ball per Kopf geschickt zum 0:1 in die lange Ecke verlängerte (33. Min.). Der siebte Saisontreffer des variablen Offensivspielers. Die Schwarz-Grünen rackerten und ackerten im „Spiel ihres Lebens“, blieben aber ohne Ertrag. Daran sollte sich auch in der zweiten Halbzeit nichts mehr ändern.
Eltersdorfs Trainer Bernd Eigner, der in den 1990er Jahren unter anderem Profispieler beim FC St. Pauli, Arminia Bielefeld und Hannover 96 war, lobte seine Mannschaft, die gegen den Favoriten ein „tolles Spiel und viel Courage“ gezeigt habe. Dieser Auftritt gebe dem letztjährigen Aufsteiger aus der Bayernliga Nord „Zuversicht und Selbstvertrauen” für die kommenden Partien. Zu den Fans, die den Gastgebern vor Ort die Daumen drückten, zählte auch Innenminister Joachim Herrmann, der in Erlangen aufgewachsen ist.
Beim TSV 1860 München kam der junge Noah Klose (21) kurz vor Schluss zu seinem Saisondebüt. Nach monatelanger Verletzungspause und Trainingsrückstand ist der Sohn von Weltmeister Miroslav Klose wieder wettkampffähig. Im kommenden Heimspiel am Samstag, den 14. November, um 14 Uhr gegen die SpVgg Unterhaching im Grünwalder Stadion nicht mit von der Partie sein wird dagegen 1860-Kapitän Dennis Dressel. Der Mittelfeldspieler erhielt in Erlangen in der 81. Minute seine fünfte Gelbe Karte und ist damit für ein Spiel gesperrt. Die Herbstmeisterschaft in der Regionalliga Bayern sicherte sich am Wochenende der FC Memmingen mit sechs Punkten Vorsprung vor den zweitplatzierten Löwen, die allerdings ein Spiel weniger absolviert haben. (as).