Im vergangenen Jahr veranstaltete der Bio-Hof Lex aus Bockhorn ein sehr gut besuchtes Mohnfeld-Dinner. Heuer veranstalteten Bernadette und Raphaela Lex auf Grund der enormen Hitze und weil der Blaumohn nur wenige Tage voll rosa blüht, ein „Mohnblüten-Frühstück“ zum Sonnenaufgang. Um 6 Uhr trafen sie sich mit vielen Gästen am Rande des fantastisch blühenden, rosa Mohnfeldes und schnabulierten zwei Stunden lang – unter anderem auch Mohn-Spezialitäten - und schwelgten in den Farben.
Knapp drei Hektar groß ist das Mohnfeld mit Blaumohn (oder Klatschmohn), dem Speisemohn, am südwestlichen Ortsausgang von Grucking. Jede Pflanze blüht nur wenige Stunden, maximal einen Tag, das gesamte Feld nur wenige Tage. Ende Juni war alles vorbei, jetzt warten sie, bis die Mohnkapseln ausgereift sind. Ende Juli wird dann der bläuliche Mohnsamen mit einem uralten, aber ganz speziellen Mähdrescher geernet, „der ist noch ohne Klimaanlage, da staubt‘s so richtig“, sagt Bernadette. Bis zu 800 Kilo Mohn können sie pro Hektar ernten – wenn es schön warm bleibt und kein Hagel die Kapseln beschädigt.
Schön, gesund zum Essen und bio
Vor fünf Jahren waren die Lex-Schwestern nach Chia, Quinoa, Dinkel, Buchweizen oder Hirse auf der Suche einer neuen Frucht: gesund, bio und schön anzusehen sollte sie sein. „So kamen wir auf den Mohn. Damit wir den anbauen dürfen, müssen wir eine Genehmigung bei der Bundesopiumstelle einholen und ganz genau mitteilen, wo und wieviel wir anbauen. Genehmigt sind dann auch nur ganz wenige Sorten.“ Im März wurde der Mohn ausgesät, im Mai sah man nur viele grüne Blätter, Anfang Juni kamen die ersten Stängel, Die sind jetzt gut einen Meter hoch und Ende Juni, quasi über Nacht, kamen die ersten rosa Blütenblätter. Kurz danach stand das Feld für wenige Tage in seiner vollen rosa Pracht da.
Sensationelle Pflanze
In Deutschland wurde Mohn bis etwa 1940 auch wegen seines hohen Vitamin C- und Kalzium-Gehalts in großem Stil angebaut. Ab den 1950er-Jahren fiel er jedoch, weil es einige Sorten gibt, aus denen man Opium gewinnen kann, unter die Betäubungsmittel und der Anbau wurde verboten. Erst seit 2008 ist der Anbau wieder in allen Bundesländern erlaubt – allerdings nur morphinarme Sorten.
Bernadette und Raphaela Lex bauen Speisemohn an. Er ist nicht nur eine sensationelle Pflanze für sämtliche Insekten, sondern man kann aus dem Mohn auch enorm viele leckere Süßspeisen machen. Dafür sammelt Bernadette alte Backbücher und Rezepte und freut sich über jedes private Rezept, das man ihr zur Verfügung stellt. „Wir lassen einen Teil unserer Ernte von einer befreundeten Ölmüllerin zu Mohnöl machen. Es enthält viel Linolsäure, hat einen fein-nussigen milden Geschmack, passt also perfekt zu allen Salaten. Ich verwende es selbst als Hautöl, das extrem sanft und mild ist, perfekt für jeden Hauttyp“, schwärmt Bernadette Lex.
Wer die Mohnprodukte am Bio-Hof Lex kaufen möchte, der Hofladen ist in Emling 17, Bockhorn. Oder man informiert sich auf www.biohof-lex.de.