Wie nachhaltiges Ressourcenmanagement konkret umgesetzt wird, erlebten Studierende der TU München bei einer Exkursion nach Moosburg. Im Fokus standen Themen wie Stadtklima, Energiegewinnung aus Wasserkraft, Hochwassermanagement, Landnutzung und Biodiversität, Forstwirtschaft und Naturwälder sowie das Abwassermanagement im Klärwerk.
Professor Annette Menzel, Professur für Ökoklimatologie an der TU München, und Reinhard Menzel, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ebersberg-Erding, leiteten die Exkursion. Vom Bahnhof aus erkundete die Gruppe die einzelnen Stationen mit dem Fahrrad. „Die Stadt Moosburg und ihr Umland bieten zahlreiche anschauliche und aktuelle Beispiele, die sich hervorragend eignen, um mit den Studierenden unterschiedliche Aspekte eines nachhaltigen Ressourcenmanagements praxisnah zu diskutieren”, sagte Annette Menzel.
Stationen waren unter anderem der Amperüberleitungskanal, Pegel- und Grundwassermessstellen der Bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung, der Werkkanal sowie der Mittlere Isarkanal. Fachkundige Erläuterungen vor Ort verdeutlichten die Bedeutung dieser Anlagen für Hochwasserschutz, Wasserversorgung, Gewässermanagement und die Nutzung der Wasserkraft. Einblicke in die Energiegewinnung erhielten die Studierenden zudem im Wasserkraftwerk von Claus Sterr. Den Abschluss bildete die Besichtigung der Kläranlage Moosburg, die von Angela Hagl vorgestellt wurde und Einblicke in die Praxis des Abwassermanagements bot.
Passend zum sonnigen Wetter konnten die Studierenden die Wirkung des Waldes auf das Kleinklima und die menschliche Gesundheit unmittelbar in den Isarauen erleben. Unter schattigen Bäumen erläuterte Reinhard Menzel die vielfältigen Funktionen des Isarauwaldes – von seiner historischen Entwicklung über seine Bedeutung für Klima-, Immissions- und Hochwasserschutz bis hin zur nachhaltigen Bereitstellung des regionalen Rohstoffs Holz. „Mit der Ausweisung von rund 2.400 Hektar Naturwald als Teil des Grünen Netzes stärken wir die Biodiversität im Wald”, erklärte Menzel: „Gleichzeitig beobachten wir, wie sich der Wald ohne forstliche Eingriffe an den Klimawandel anpasst, schaffen ein breites Forschungsfeld und möchten den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, diese Entwicklung mitzuerleben.”
Anschließend zeigte Sophie Feiertag, Doktorandin im A-DUR-Verbundprojekt „Revitalisierte Auwälder an der Mittleren Isar”, mit Messgeräten wie einem Feuchtkugel-Globalthermometer und einer Drohne mit Infrarotkamera die kühlende Wirkung eines intakten Auwaldes und der Isar. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass Hitzestress auf offenen Flächen oder in geschädigten Wäldern ein erhebliches Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt. Die Exkursion verdeutlichte damit, wie eng Wasserwirtschaft, Forstwirtschaft und Klimaanpassung verzahnt sind – und welche zentrale Rolle praxisnahe Beispiele für das Verständnis nachhaltiger Ressourcennutzung spielen.