Veröffentlicht am 18.07.2022 14:10

Nicht nur gegen Corona impfen!

Während der Pandemie waren nicht nur Früherkennungsuntersuchungen von Erwachsenen rückläufig, es nahmen auch weniger Kinder und Jugendliche die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Dadurch erhöht sich das Risiko des zu späten Erkennens und Behandelns von Erkrankungen und Impfquoten sinken.

„Besondere Sorge bereiteten der Gesundheitsministerkonferenz zuletzt die großen Defizite bei der Impfung gegen Humane Papillomviren“, so Reiner Kratzl, stellvertretender Direktor der AOK Freising-Erding. Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet. Übertragen werden sie vor allem durch sexuellen Kontakt. Eine Infektion verläuft normalerweise unbemerkt und heilt meist selbst aus. Bleibt die Infektion über Jahre bestehen, können bestimmte Virustypen jedoch zu Zellveränderungen im Körper führen und das Risiko für Tumore erhöhen. Jüngere Frauen erkranken hauptsächlich an Gebärmutterhalskrebs, bei Männern verursachen HPV vor allem Tumore im Mund-, Rachen-, Genital- und Analbereich.

Die sechste bayerische Impfwoche vom 18. bis 24. Juli stellt die Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) daher unter das Motto „HPV-Impfung – Dein Schutz gegen Krebs.“

Die AOK Bayern übernimmt die Impfkosten bis 25 Jahre: Auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter zwischen neun und 14 Jahren angeboten, Nachholimpfungen bis einschließlich 17 Jahre. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. „Die HPV-Impfung kann einer Ansteckung mit dem Erreger vorbeugen und sollte idealerweise vor Aufnahme erster sexueller Kontakte durchgeführt werden, sie kann aber auch nach ersten sexuellen Erfahrungen verabreicht werden“, so Reiner Kratzl. Je früher die Impfung nachgeholt werde, desto besser. Impfungen gehören aus Sicht der AOK zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen, um Kinder und Erwachsene vor schweren Krankheiten zu schützen. „Unsere Beobachtungen zeigen, dass die HPV-Impfung insbesondere bei jungen Menschen zwischen 18 bis 25 Jahren zu einer hohen Nachfrage führt“, so Reiner Kratzl. „Aus diesem Grund haben wir beschlossen, dieser Altersgruppe den Zugang zu einer vollständigen HPV-Impfung zu ermöglichen und bieten die Impfung als zusätzliche Leistung auch dieser Altersgruppe an.“

Zusätzliche Informationen unter: www.aok.de sowie unter www.lgl.bayern.de und www.rki.de

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