Mit einem torlosen Remis im Regen trennten sich am 29. Spieltag der 3. Liga leistungsgerecht der TSV 1860 München und der SV Wehen Wiesbaden. In einer über weite Strecken von Taktik geprägten Partie vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Grünwalder Stadion bearbeiteten sich beide Mannschaften über 90 Minuten lang, ohne dass eine den entscheidenden Treffer setzen konnte. Bei den „Sechzgern” erhielt das Nachwuchstalent Lasse Faßmann (19) den Vorzug vor Raphael Schifferl in der Startelf. „Er hat seine Leistung aus dem Köln-Spiel bestätigt und erneut ein fehlerfreies Spiel abgeliefert”, lobte sein Trainer Markus Kauczinski.
Der erste Torschuss nach knapp einer Viertelstunde gehörte den Gästen. Tarik Gözüsirin fasste sich aus gut 25 Metern Maß ein Herz, zielte aber knapp am rechten Pfosten vorbei (14. Min.). Vier Minuten später wurde ein Schuss von Sigurd Haugen zur Beute von Wehen Wiesbadens Schlussmann Noah Brdar (18. Min.). Erstmals richtig gefährlich wurde es im Strafraum nach einer halben Stunde. Ein von Gözüsirin getretener Eckball landete bei Moritz Flotho, dessen Kopfball 1860-Torhüter Thomas Dähne parierte. Tim Neubert kam noch einmal an das Leder, doch sein Abschluss unter Bedrängnis segelte knapp über das Tor (30. Min.).
Auf der Gegenseite war es nach einem Zuspiel von Kevin Volland erneut der agile Haugen, dessen Schuss Brdar aber vor keine Probleme stellte (39. Min.). In der letzten Minute der ersten Halbzeit rutschte Gästestürmer Fatih Kaya bei einem Konterangriff aus, Siemen Voet konnte seinen Schuss blocken. Im zweiten Durchgang wurde die Begegnung lebendiger. Wiesbadens Flotho sorgte für den ersten Abschluss (47. Min.), nur wenige Minuten später köpfte Jordy Gillekens eine Ecke über den Querbalken (52. Min.). Die Hessen hatten einige einstudierte Eckenvarianten im Gepäck.
Mit zunehmender Spieldauer ergaben sich Umschaltsituationen für beide Mannschaften. Die bis dahin größte Chance verpasste der laufstarke Rechtsverteidiger Tim Danhof, der nach gutem Kombinationsspiel mit Damjan Dordan von der Außenbahn in die Mitte zog und nur knapp das Tor verfehlte (57. Min.). Pech hatten die Gäste in der 68. Minute, als der technisch starke Gözüsirin sich mit dem Rücken zum Tor nach außen drehte und mit einem Schuss aus spitzem Winkel nur das Lattenkreuz traf. Dähne lenkte in der 83. Minute einen Schuss von Kaya mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Trotz intensiver Bemühungen beider Teams in der Schlussphase das Spiel noch auf ihre Seite zu ziehen, blieb es am Ende beim torlosen Unentschieden.
Von einem Punkt, der er aus München gerne mitnehme, sprach nach Spielschluss Wiesbadens Trainer Daniel Scherning. „Für uns war es wichtig, zu Null zu spielen.” Sein Gegenüber Kauczinski stellte fest, seine Mannschaft hätte ebenso gewinnen wie verlieren können. „Beide Teams sind am Ende ins Risiko gegangen, es hat geknistert.” Am kommenden Sonntag kommt es um 16:30 Uhr in Duisburg zum Spitzenspiel zwischen dem gastgebenden Meidericher SV und dem TSV 1860 München. (as)