Eine 50-jährige Russin kam am Donnerstagmittag,13. Januar, aus Sankt Petersburg im Erdinger Moos an. Bei der Kontrolle legte die Frau den Bundespolizisten Reisepass, Aufenthaltsgenehmigung und den Impfpass vor. Grenzpolizeilich und aufenthaltsrechtlich gab es nichts zu beanstanden. Der Impfpass hingegen weckte bei den Grenzpolizisten größeres Interesse und bescherte der Russin schließlich einen unerwarteten Aufenthalt bei der Bundespolizei sowie eine Anzeige wegen Urkundenfälschung.
Grund dafür waren die eingeklebten Biontech-Sticker sowie die entsprechenden Stempel einer Arztpraxis in Ulm zum Nachweis einer Impfung gegen Corona, die offensichtlich gefälscht waren. Datiert waren die Angaben auf April und Juni 2021. Als die Bundespolizisten die Sticker jedoch überprüften blieb das Ergebnis aus. Auch nachfolgende Recherchen in Form eines Anrufs bei der vermeintlichen Impfpraxis liefen ins Leere. Eine Praxismitarbeiterin erklärte den Beamten, dass man erstens an den betreffenden Tagen gar nicht geimpft habe, zweitens dass der angebliche Arzt, der die Impfung laut Impfpass der Haidhausenerin durchgeführt haben sollte, in der Praxis nicht existent sei. Die angebliche Patientin sei in der Praxis auch nicht bekannt. Mit diesen Aussagen konfrontiert, hüllte sich die vermutliche Impfbetrügerin in Schweigen.
Die Bundesbeamten zeigten die Unternehmerin folglich wegen des Verdachts der Urkundenfälschung an, bevor sie die Wache ein paar Stunden später als geplant wieder verlassen und ihre Heimfahrt antreten durfte. Ihren Impfpass allerdings musste die Wahl-Münchnerin bei der Bundespolizei zurücklassen.