Veröffentlicht am 09.07.2026 11:16

Das Minus fällt etwas geringer aus

Die stationären Leistungen des Klinikums Landkreis Erding haben sich von Januar bis Mai 2026 leicht positiv im Vergleich zum Vorjahr entwickelt. So nahmen die Fallzahlen um 1,3 % zu und beliefen sich auf 6.616 Fälle.

„Zunehmend unter Druck”

Zum dritten Mal in Folge konnte das Klinikum zudem ein Jahresergebnis erzielen, das über den ursprünglichen Planungen liegt. Für 2025 hatte man mit einem Defizit von 14,2 Millionen Euro gerechnet; tatsächlich beläuft sich das Minus auf 11,2 Millionen Euro
Trotz dieses Erfolgs bleibt der wirtschaftliche Rahmen herausfordernd. Landrat Martin Bayerstorfer ordnet die Situation ein: „Wir haben mit harter Arbeit und konsequenter Strategie unsere wirtschaftliche Ausgangslage in den letzten drei Jahren kontinuierlich verbessert. Gleichwohl müssen wir realistisch bleiben: Aufgrund verschiedener gesetzlicher Änderungen wie etwa dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz, geraten wir bei den Kosten sowie auf der Erlösseite zunehmend unter Druck. Es wird daher eine enorme Anstrengung erfordern, dieses erreichte Niveau langfristig zu halten.“

Modernisierung und mehr Effizienz

Um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt der Landkreis auf eine Kombination aus medizinischer Innovation und Effizienzsteigerung. Durch Investitionen in moderne Technologien wie jüngst in das robotische „Dexter“-System oder die Technologiepartnerschaft im Ultraschallbereich mit Siemens Healthineers werden die medizinische Leistungsfähigkeit sowie die finanzielle Kalkulierbarkeit nachhaltig gesteigert. Gleichzeitig treibt das Klinikum strukturelle Optimierungen voran, etwa durch die geplante Erweiterung mit einem neuen Westflügel, die eine verbesserte Flächenplanung und höhere Effizienz ermöglicht.
Landrat Martin Bayerstorfer betont hierzu: „Unser Ziel ist eine erstklassige medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger direkt vor ihrer Haustür. Durch das umfassende Modernisierungspaket und die konsequente Weiterentwicklung unseres Portfolios stellen wir uns bestmöglich für die Herausforderungen durch das Krankenhausreformanpassungsgesetz auf und investieren aktiv in die Zukunftssicherung und Arbeitsplatzattraktivität unseres Klinikums.“

Gegen Angriffe wappnen

Ein weiteres Thema der Sitzung des Krankenhausausschusses war die Sicherheit im Klinikum. Bayerstorfer betonte, dass der Schutz von Mitarbeitenden und Patienten höchste Priorität genieße und durch ein umfassendes Maßnahmenpaket stetig ausgebaut werde. Neben bereits etablierten Deeskalations- und Selbstverteidigungstrainings für das Personal läuft aktuell eine klinikweite Umfrage zur Gewaltprävention, deren Ergebnisse in weitere Schutzkonzepte einfließen sollen. Insbesondere für die Notaufnahme werden derzeit technische Lösungen wie stille Notfallalarme oder Lagesensoren geprüft.
Auch die IT-Sicherheit wurde in den vergangenen Jahren durch den Aufbau eines Security Operations Centers (SOC), ein strukturiertes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) sowie umfangreiche technische Schutzmaßnahmen nachhaltig gestärkt, um die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe konsequent zu erhöhen.

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