Im Künstlerhaus am Stahlmuseum zeigen sieben Erdinger Schulen von Samstag, 11. Juli, bis Sonntag, 19. Juli, ihre Beiträge zur Aktion Stadtteilkunst. Unter dem Motto „Sit happens“ gestalteten die Schülerinnen und Schüler im Kunstunterricht oder in Kunst-Arbeitsgruppen sieben Sitzbänke, die nach der Ausstellung im Stadtgebiet aufgestellt werden und als Ruhepunkt dienen sollen.
„Stadtteilkunst ist ohne Zweifel eine der schönsten Aktionen der Stadt“, schreibt Oberbürgermeister Max Gotz im Ausstellungskatalog an die Teilnehmer gerichtet. Denn hinter „euren Kunstwerken im öffentlichen Raum steht kein abgehobenes Konzept, sondern Teamwork, Gespräche und die Auseinandersetzung mit dem, was euch wichtig war und worauf ihr hinweisen wollt“. Weil es Mut erfordere, ein Kunstwerk zu präsentieren, „bereichert es den Unterricht ungemein, alle Aspekte des Projekts von der Idee, über die Ausführung bis zur Wirkung mitzuerleben“, betont er. Die Stadt stellt für die alle zwei Jahre stattfindende Aktion jeweils 40.000 Euro zur Verfügung.
Während die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Altenerding eine Parkbank als Teil der Natur konzipierten und das Ziel verfolgten, das Möbelstück optisch fest mit seiner Umgebung zu verbinden, schuf die Mittelschule Erding eine Sonnenbank. Eine Sonne bildet den Mittelpunkt des Designs und erstreckt sich über die Sitzfläche und die Rückenlehne. An der Mädchenrealschule Heilig Blut entstand dagegen „Omas Couch“. In der Beschreibung erklären die Schülerinnen: „Die Idee dahinter war nicht nur ein schönes Design. Unsere Bank sollte Erinnerungen wecken.“
Die Herzog-Tassilo-Realschule wiederum bewies „Mut zur Farbe“ und gestaltete eine farbenfrohe Parkbank im Sinne des katalanischen Malers und Bildhauers Joan Miró (1893 bis 1983). Die Teilnehmer des Anne-Frank-Gymnasiums brachten bei der Gestaltung ihrer Bank einen sozialkritischen Aspekt ein: „Viele Menschen nutzen eine Bank zum Ausruhen, Warten oder um eine Pause einzulegen. Besonders obdachlose Menschen aber nutzen diese auch als Schlafplatz.“ Der Gegensatz wird durch den Slogan „Deine Pause – sein Bett“ sichtbar.
Während das Korbinian-Aigner-Gymnasium schließlich seine Bank im Graffiti-Stil designte und so eine Pause verspricht, erarbeitete das Staatliche Berufliche Schulzentrum einen „Ort der Ruhe und Reflexion“. Geschwungene Formen wirken beruhigend und laden zum bewussten Innehalten ein, heißt es.
Die Ausstellung im Künstlerhaus in der Landshuter Straße 31 ist täglich außer Montag von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.