In der Werkausschusssitzung berichtete die Werkleitung der Freisinger Stadtwerke unter anderem über die Novelle des Bayerischen Wassergesetzes. Sie ist zum Beginn des Jahres in Kraft getreten und geht unter anderem mit der Erhebung eines Wasserentnahmeentgelts, dem sogenannten „Wassercent“ einher. Zu diesem Thema hat die Fraktion der Grünen im Dezember eine Anfrage im Stadtrat eingebracht und nach den Auswirkungen auf Freising gefragt. Konkret fallen ab Juli 2026 pro entnommenem Kubikmeter Grundwasser 10 Cent an. Davon betroffen sind alle, die Grundwasser über einer Menge von 5.000 Kubikmetern unmittelbar aus einem eigenen Brunnen entnehmen.
Die Freisinger Stadtwerke fördern jährlich rund 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser, müssen dementsprechend zukünftig rund 350.000 Euro abführen. Es handelt sich um umlagefähige Kosten, die sich auf den Trinkwasserpreis niederschlagen werden. Der aktuelle Trinkwasserpreis liegt in Freising bei 2,29 Euro/netto pro Kubikmeter. Bei einem Wasserverbrauch von 130 Litern pro Kopf und Tag, würden Mehrkosten von jährlich 5,22 Euro entstehen, bei einem vierköpfigen Haushalt dementsprechend 20,88 Euro im Jahr.
Die Einnahmen sind zweckgebunden und sollen Maßnahmen zum Wasserschutz und zur nachhaltigen Wasserbewirtschaftung finanzieren. Neben dem tatsächlichen Grundwasserschutz werden aus den Einnahmen auch Projekte beispielsweise aus dem Hochwasserschutz mitfinanziert. Bisher ist nicht bekannt, ob finanzielle Mittel für Projekte bereitgestellt werden können, mit denen die Freisinger Stadtwerke die Qualität des Freisinger Trinkwassers nachhaltig sicherstellen.
Der Bayerische Städte- und Gemeindetag wie auch der Verband für kommunale Unternehmen (VKU) sah und sieht die Einführung des Wassercents kritisch und hat mit entsprechender Klage gedroht. Der Werkausschuss hatte zudem über einzelne Maßnahmen zu entscheiden, bei denen das geplante Investitionsvolumen überschritten wurde. Dies waren im Bereich der Trinkwasserversorgung neben einer hohen Zahl an Wasserhausanschlüssen sowie Rohrnetzerweiterungen und -erneuerungen die Erneuerung des Tiefbrunnens am Veitshof und die Sanierung der Hochzonenpumpen im Trinkwasserhochbehälter.