Ein Langfinger schlägt am Flughafen in München zu, steigt in ein Flugzeug nach Palma de Mallorca und hört bereits direkt nach der Landung die Handschellen klicken. Obwohl auch Kommissar Zufall im Spiel war, ist dies ein hervorragendes Beispiel für die gute nationale und internationale Zusammenarbeit der Polizeibehörden.
Am 13. Mai begab sich ein 20-jähriger Schüler am späten Vormittag mit Ziel Mallorca in die Luftsicherheitskontrolle des Flughafens München und legte vorschriftsmäßig sein I-Pad im Wert von etwa 400 Euro auf das Kontrollband. Nach dem Passieren der Kontrollstelle war das Gerät jedoch verschwunden. Ein bis dato unbekannter Mann, der sich in Begleitung einer Dame und eines kleinen Hundes befand, hatte das Gerät an sich genommen, in seinen Rucksack gepackt und das Weite gesucht. Der junge Mann informierte umgehend die Polizei, die sich auf die Suche nach dem Pärchen machte.
Während Beamte der Bundes- und der Landespolizei die Arbeit aufnahmen, wurde zeitgleich das vorhandene Videomaterial gesichtet und mögliche Zeugen befragt. Es stellte sich heraus, dass eine Mitarbeiterin der Fluggesellschaft den Zielflughafen - Palma de Mallorca - angeben und anhand des Bildmaterials der Diebstahl belegt werden konnte.
Über die Einsatzzentrale der Bundespolizei wurden die spanischen Polizeibehörden informiert und mit allen Fahndungsunterlagen, darunter auch Bilder des Täters, versorgt. Bevor diese jedoch eingreifen konnten, kam Kommissar Zufall ins Spiel. Sowohl Opfer als auch Täter befanden sich nämlich im gleichen Flugzeug, und der Geschädigte erkannte den Dieb wieder. Als er sein Hab und Gut zurückforderte, kam es am Flughafen von Palma de Mallorca noch zu einer körperlichen Auseinandersetzung, jedoch waren die anwesenden Polizisten bereits durch die Vorabinformationen im Bilde.
Der Täter, ein 51-jähriger Münchner, wurde daraufhin von den spanischen Polizisten festgenommen; er wird sich in Deutschland für den Diebstahl verantworten müssen. Der junge Geschädigte bekam sein I-Pad glücklicherweise noch vor seinem tatsächlichem Urlaubsbeginn wieder.