Der Tag der offenen Gartentür im Landkreis Freising war ein voller Erfolg. Insgesamt fünf Privatgärten sowie die Kleingartenanlage in Tuching öffneten ihre Pforten und lockten viele Hundert Gartenliebhaber – viele davon mit dem Fahrrad - an. Die liebevoll gestalteten Gärten begeisterten den ganzen Tag über. Einige nahmen teils weite Anfahrtswege mit über 100 Kilometern auf sich. Seit dem Jahr 2000 bietet der „Tag der offenen Gartentür“ bayernweit Einblicke in verschiedene Gartenparadiese. Neben vielen Anregungen für den eigenen Garten haben die Besucher dabei die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Gartenratsch.
Kleingartenparadies Tuching
Vor 36 Jahren entstand auf einer ehemaligen Schutthalde die Kleingartenanlage Tuching mit heute 119 Parzellen. Zum Teil ist die Erde knapp unter der Oberfläche nicht gut, noch immer kommen grobe Kies- und Schuttteile ans Licht. Daher müssen fast alle gute Erde ankarren. So auch Christine und Peter, sie haben in ihrer Familie die Parzelle schon über 25 Jahren. Bei ihnen gibt es Tomaten, Paprika und Auberginen in einem stabilen Gewächshaus, einen kleinen Teich, im Freibeet Sellerie, Kürbisse und Melonen. Eine Ecke ist die „Kunst-Ecke“ mit einigen Ton- und Metall-Skulpturen, direkt daneben die knallrote „Bauern-Rose“, das Paradies für Hummeln und Schmetterlinge. „Wir sind jeden Tag im Garten, denn zu tun gibt es ja immer was“, sagte Peter. Gegenüber ist Günther, er hat in seinen Hochbeeten Zucchini, Kürbisse, Gurken und Melonen, dazu einige Obstbäume, Himbeeren und Stachelbeeren. „Als ich den Garten übernahm war er total verwildert, da habe ich erst mal viel Zeit und Geld reingesteckt. Jetzt bin ich mit meiner Familie fast jeden Tag hier.“ Senad und Alma mussten einige Jahre warten, bis sie eine Parzelle in Tuching erhielten. Sein ganzer Stolz ist das stabile Gewächshaus für Tomaten und Kräuter, sie hat es eher mit den vielen verschiedenen Beeren und dem süßen Obst. „Der Garten ist so herrlich und die Nachbarn so toll – wir lieben das hier total“, sagt Alma.
Wilde Oase und Naturgarten
Antje Berndt aus Zolling hat vor zwei Jahren ihren 250 Quadratmeter großen Hausgarten in eine naturnahe, fast verwilderte Oase umgestaltet. Der Schwerpunkt liegt auf heimischen Pflanzen und Kräuter, wie Salbei, Minze, Oregano oder Borretsch, die nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch Vögeln, Bienen und Schmetterlingen Nahrung und Lebensraum bieten. Dazu ein großer Kirschbaum, ein kleiner Feigenbaum und ganz viele Beeren: Him-, Erd-, Johannis- und Brombeeren. Neben ihrer Familie finden im Garten auch Hund und Katze finden ihren Platz. Marianne Wiesheu aus Unterappersdorf hat sich einen Naturgarten-Bauernhof mit kleinen Oasen angelegt. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es hinter jeder Ecke etwas Neues: ökologische Blühflächen, bienenfreundliche Ackerränder und grüne Wohlfühl-Oasen. Dazu Kräuterbeete, uralte Hofeichen, Streuobst-Neuanpflanzungen und Hecken. Auch von Friedhöfen gerettete Blumen finden bei Wiesheu neben Hühnern und Kune-Kune-Schweinen ihren Platz.