Die geplante Reform der Regionalliga-Struktur im Männerfußball ist vorerst gescheitert. Am Montag stimmten Klubs aus den Spielklassen drei bis fünf über das gewünschte Modell ab. Zwar sprach sich bundesweit eine Mehrheit der Vereine für das sogenannte „Kompassmodell“ mit künftig vier Regionalligen aus, doch die zuvor zur Bedingung gemachte Einstimmigkeit aller fünf Träger der Regionalligen wurde nicht erreicht. Vor allem der Bayerische Fußball-Verband lehnte beide vorgestellten Modelle mehrheitlich ab und sprach sich dafür aus, neue Vorschläge zu prüfen. Damit bleibt das bisherige Aufstiegssystem mit fünf Regionalligen und nur vier Aufstiegsplätzen in die 3. Liga bestehen.
Die Vereins-Abstimmung in den einzelnen Regionen wurde zeitgleich durchgeführt. Im Westen (60,9 Prozent), Norden (61,5 Prozent) und Nordosten (76,3 Prozent) favorisierten die Vereinsverantwortlichen das „Kompassmodell“. Im Südwesten erreichte das „Regionenmodell“ die Mehrheit (93,1 Prozent), in Bayern sprachen sich die Abstimmenden mehrheitlich (52,4 Prozent) für die Ausarbeitung neuer Modelle aus.
Für schweren Unmut sorgte die Tatsache, dass im „Kompassmodell“ ursprünglich offenbar mit 20 Mannschaften pro Regionalliga geplant worden war, in den Abstimmungsunterlagen jedoch plötzlich nur noch von 18 Teams die Rede war. Tommy Haeder, Sprecher der Initiative „Meister müssen aufsteigen“, kritisierte dieses Vorgehen als „Taschenspielertrick“. Der Frust bei vielen Vereinen und Verbänden bleibt entsprechend groß. Dennoch wollen der Nordostdeutsche Fußballverband und die Initiative den Reformdruck aufrechterhalten und weitere Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) führen. (as)
Das sind die diskutierten Modelle: