Die Kommission Mädchen- und Frauenarbeit des Bayerischen Jugendrings (BJR) hat ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Ihre Kernaufgabe ist eine Politik für alle Mädchen und jungen Frauen, egal, welchen sozialen, familiären, kulturellen oder religiösen Hintergrund sie haben oder wie sie ihre Identität als Mädchen und Frau verstehen und leben.
Der deutlich wahrnehmbare Anstieg antifeministischer Einstellungen stellt nach Auffassung des BJR ein ernstes gesellschaftliches Problem dar und gefährdet Fortschritte hin zu Gleichberechtigung und demokratischem Zusammenhalt. Im rechtsextremen Spektrum und in anderen radikalisierten Milieus ist Antifeminismus zu einem zentralen Element der Mobilisierung und der Schwächung des gesellschaftlichen Miteinanders geworden. Dabei handelt es sich nicht um ein Randproblem. Antifeminismus zeigt sich in vielen Strukturen und Entscheidungen in der Mitte der Gesellschaft. Der BJR begreift seinen Einsatz gegen Antifeminismus deshalb als zentralen Bestandteil seines demokratischen Engagements und als wichtiges Element zur Demokratiebildung und -stärkung.
Mit der Zunahme von antifeministischen Einstellungen mehren sich auch Gewaltverbrechen gegen Mädchen und Frauen, bis hin zum Femizid. Wie im BJR-Vollversammlungsbeschluss festgehalten, betrachtet der BJR die steigende Zahl von Femiziden und die große Zahl von gewaltbedrohten jungen Frauen und Mädchen mit größter Besorgnis und fordert, dass mehr Ressourcen in den Schutz von Mädchen und Frauen investiert werden.
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit unterstrich BJR-Präsident Philipp Seitz: „Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein wichtiges Querschnittsthema der Jugendarbeit und kein 'Nice to have'. Das zeigen aktuelle Entwicklungen in unserem Land und weltweit, mit antifeministischen Tendenzen, steigenden Gewaltzahlen und Femiziden. Die Arbeit der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit ist deshalb heute wichtiger denn je. In Zeiten, in denen Geschlechtergerechtigkeit häufig als ‚erreicht‘ dargestellt wird und frauenfeindliche Positionen immer lauter werden, sind Netzwerke wie die der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit essenziell für das Engagement des Bayerischen Jugendrings.“