Eine kleine Kapelle am Rande der Isarauen, ein Mehrgenerationenhaus aus Holz oder eine neue Hofstelle eines landwirtschaftlichen Betriebs. Es gibt zahlreiche gelungene architektonische Werke im Landkreis Freising. Neun solcher Objekte sind am Montag, 2. März, im Rahmen des Wettbewerbs Gute Baugestaltung ausgezeichnet worden.
„Es gibt Sehnsuchtsorte, an die man sich begibt, weil es dort einfach schön ist.“ Landrat Helmut Petz ist gerne im Landkreis unterwegs, auch weil es so viele beeindruckende Bauten gebe. Er hob die Bedeutung der baulichen Landschaft auf die menschliche Psyche hervor. „Unsere Umgebung hat Einfluss auf unser Wohlbefinden“, sagte Petz zu Beginn der Veranstaltung im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Freising. „Baukultur ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Zusammen können wir das zukünftige Erscheinungsbild unserer Heimat gestalten“, sagte Kreisbaumeisterin Antonia Seubert, die den Wettbewerb mit Kreishandwerksmeister Martin Reiter organisiert und durchgeführt hatte.
Seit mehr als 45 Jahren wird mit dem Wettbewerb Gute Baugestaltung im Landkreis Freising qualitätsbewusstes Bauen gewürdigt und der Öffentlichkeit vorgestellt,um damit Beispiele für zukünftiges Bauen zu geben. Der Landkreis wolle damit ein Zeichen setzen, sagte Petz. „Es ist wichtig, dass wir nicht nur Bauwerke aus früheren Jahrhunderten bewundern, sondern dass wir auch neue Gebäude schaffen, die noch in Jahrhunderten bestaunt werden können.“ Deswegen hätten sich alle Beteiligten auch sehr viel Zeit bei der Auswahl des Entwurfs für die Neugestaltung des „Lernviertels“ samt Neubau des Beruflichen Schulzentrums in Freising genommen.
Auch dieses Jahr waren nach dem Aufruf zum Wettbewerb rund 40 Bewerbungen eingegangen. Eine Jury, bestehend aus Antonia Seubert (Kreisbaumeisterin), Martin Reiter(Kreishandwerksmeister), Barbara Schelle (Stadtbaumeisterin Freising), Norbert Zanker (ehemaliger Kreisbaumeister und ehemaliger Stadtheimatpfleger Freising) und als Gastjuror Florian Ernst (Stadtbaumeister Bad Tölz), durch den Landkreis gereist, um sich dieBauten anzuschauen. „Die Qualität war heuer besonders hoch“, betonte Seubert. Deswegen habe sich die Jury spontan entschlossen, einige Sonderpreise und zusätzlich zwei Anerkennungspreise zu vergeben.
Bauherren, Architekten und Handwerksbetriebe sähen sich in einem „spannungsvollen Landkreis“ wie Freising mit einigen konfrontiert, so Landrat Petz. Das historische Erbe des Fürstentums, die ländliche und landwirtschaftliche Prägung, die dynamische Entwicklung rund um den Flughafen und nicht zuletzt der Klimaschutz – all das gelte es zu berücksichtigen. Dennoch sei ein kontinuierlicher Gestaltungswille zu verzeichnen.Die Beteiligten seien bereit, sich mit Qualität auseinanderzusetzen und Verantwortung für das Ortsbild zu übernehmen.
Folgende Preise werden vergeben (Bauherr, Architekten/Fachplaner):•Bauherrenpreis: Mehrgenerationenhaus Kranzberg, Gemeinde Kranzberg•Preis Einfamilienhaus: Cornelia Schmied und Robert Thalmair, Aiterbach•Preis Mehrfamilienhaus: Städtisches Mehrgenerationenwohnen, Stadt Freising •Preis öffentliches Bauvorhaben: Grundschule St. Lantbert Freising•Preis Gewerbe und Energie: Neubau einer Bäckerei-Gastronomie, Bäckerei und Konditorei Grundner, Moosburg•Sonderpreis zeitgemäßes landwirtschaftliches Bauen: Familie Mößmer, Fahrenzhausen•Sonderpreis Kapelle: Kreuzwegkapelle Dietersheim, Verein Kreuzwegkapelle•Anerkennungspreise ◦Touristisches Bauen im ländlichen Raum in Au◦Servicegebäude der TUM Freising