Der Landkreis Erding hat zum dritten Mal den Sozialpreis verliehen und damit ein deutliches Zeichen für die Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements gesetzt. Im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung zeichnete Landrat Martin Bayerstorfer Marlene Hohlbach und den Verein für therapeutisches Reiten Taufkirchen e.V. aus und dankte ihnen für ihren beispielhaften Einsatz für das menschliche Miteinander im Landkreis. In seiner Ansprache betonte Landrat Martin Bayerstorfer die existenzielle Bedeutung des freiwilligen Einsatzes für das Gemeinwesen. Das Ehrenamt sei kein bloßes schmückendes Beiwerk, sondern das eigentliche Fundament der Gesellschaft. „In einer Zeit, in der wir leider oft eine zunehmende Ich-Bezogenheit beobachten, müssen wir diejenigen stärken, die das „Wir” über das „Ich” stellen”, erklärte Bayerstorfer während der Verleihung. „Überall dort, wo Menschen für Menschen da sind, schlägt das Herz unseres Landkreises.” Ein Sozialpreis 2025 ging an den Verein für therapeutisches Reiten Taufkirchen/Vils e.V. unter der Leitung der Vorstandsvorsitzenden Sosa Balderanou. Seit der Gründung im Jahr 1996 durch Barbara und Alfred Wetzel widmet sich der Verein der Unterstützung von Menschen mit Einschränkungen durch die Arbeit mit Pferden. Die rund 70 Mitglieder ermöglichen derzeit insbesondere Kindern und Jugendlichen eine Therapieform, die körperliche und seelische Gesundheit sowie die soziale Integration fördert. Besonders hervorzuheben ist laut Bayerstorfer die finanzielle Struktur des Vereins, da pferdegestützte Therapien keine staatliche Unterstützung erhalten. Als weitere Preisträgerin wurde Marlene Hohlbach ausgezeichnet. Sie ist die Gründerin und Einsatzleiterin der Grünen Damen und Herren am Klinikum Landkreis Erding. Vor zehn Jahren etablierte sie mit der damaligen Pflegedirektorin Gertrud Friess-Ott diesen ehrenamtlichen Besuchsdienst, der heute 20 engagierte Frauen und Männer umfasst. Marlene Hohlbach blickt auf insgesamt 35 Jahre im ehrenamtlichen Krankenhausdienst zurück, davon 25 Jahre an der Universitätsklinik in Herne. Die „Zeit-Schenker” in ihren grünen Kitteln leisten unbürokratische Hilfe, hören Patienten zu und entlasten so das Pflegepersonal in einer Zeit, die oft von Effizienz und Geschwindigkeit geprägt ist. „Der Dienst von Frau Hohlbach ist Menschlichkeit in ihrer reinsten Form”, betonte Bayerstorfer in seiner Laudatio. „Grün ist die Farbe der Hoffnung, und genau dieses Gefühl bringen diese Menschen täglich an das Krankenbett.”