Suizid gehört zu den häufigsten Todesursachen – und dennoch bleibt das Thema oft im Verborgenen. Viele Betroffene behalten ihre Gedanken aus Scham oder Angst für sich, während Angehörige unsicher sind, wie sie reagieren oder unterstützen können. Zum Welttag der Suizidprävention erläutert der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Lindner, welche gesellschaftlichen Mythen sich hartnäckig halten, woran sich Suizidalität erkennen lässt und welche konkreten Schritte im Alltag helfen können.
Lindner ist Psychiater, Neurologe und Psychosomatiker. Er behandelt seit vielen Jahren suizidale Menschen in psychoanalytischer Psychotherapie. Neben seiner Tätigkeit in einer psychotherapeutischen Praxis in Hamburg ist er Professor für Soziale Therapie am Institut für Sozialwesen der Universität Kassel, wo er Sozialarbeiter und Psychologen ausbildet. Gemeinsam mit Barbara Schneider leitet er das Nationale Suizidpräventionsprogramm NaSPro und koordiniert dort bundesweite Aktivitäten zur Suizidprävention.