Veröffentlicht am 04.04.2026 10:00

Rüstungs-Start-up Helsing

Auf der „Senderwiese”, südöstlich von Hallbergmoos (r.) will das Rüstungs Start-Up Helsing eine Entwicklung und Produktion von Drohnen bauen. Im Hintergrund der Münchner Flughafen, ganz links die B 301 und die S-Bahn-Linie S8. (Foto: bro)
Auf der „Senderwiese”, südöstlich von Hallbergmoos (r.) will das Rüstungs Start-Up Helsing eine Entwicklung und Produktion von Drohnen bauen. Im Hintergrund der Münchner Flughafen, ganz links die B 301 und die S-Bahn-Linie S8. (Foto: bro)
Auf der „Senderwiese”, südöstlich von Hallbergmoos (r.) will das Rüstungs Start-Up Helsing eine Entwicklung und Produktion von Drohnen bauen. Im Hintergrund der Münchner Flughafen, ganz links die B 301 und die S-Bahn-Linie S8. (Foto: bro)
Auf der „Senderwiese”, südöstlich von Hallbergmoos (r.) will das Rüstungs Start-Up Helsing eine Entwicklung und Produktion von Drohnen bauen. Im Hintergrund der Münchner Flughafen, ganz links die B 301 und die S-Bahn-Linie S8. (Foto: bro)
Auf der „Senderwiese”, südöstlich von Hallbergmoos (r.) will das Rüstungs Start-Up Helsing eine Entwicklung und Produktion von Drohnen bauen. Im Hintergrund der Münchner Flughafen, ganz links die B 301 und die S-Bahn-Linie S8. (Foto: bro)

Jahrelang verteidigten die Hallbergmooser Gemeinderäte die sogenannte „Senderwiese“ im Südosten der Gemeinde, an der B301 und S-Bahn-Linie gelegen, mit Zähnen und Klauen gegen eine Bebauung. Das gut 75 Hektar große Grundstück ist im Besitz eines Privatunternehmens, es sollte „als Reserve für kommende Generationen“ von einer Bebauung freigehalten werden. Jetzt wurden davon 25 Hektar Knall auf Fall an das Münchner Unternehmen Helsing, das unter anderem Kampfdrohnen für den Kriegseinsatz entwickelt und baut, verkauft. 300 Mitarbeiter sollen dort ab 2027 beschäftigt werden. Das Unternehmen Helsing wurde 2021 gegründet und erlebte seither einen rasanten Aufstieg: 1.400 Mitarbeiter aus 18 Nationen, alle sehr gut ausgebildet. Entwickelt wird KI und Technik für militärische Einsatzgeräte: Panzer, U-Boote, Flugzeuge. Seit 2024 arbeitet man an einem Projekt mit KI-gesteuerten, autonomen Luftkampfsystemen (Drohnen). Diese sammeln über Kameras und Sensoren vor allem Daten. Bis 2025 wurden nach den Worten von Geschäftsführer Wolfgang Gammel 1,4 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln investiert. Bei Tests in der Ukraine war man allerdings enttäuscht über die Qualität der Drohnen, nur fünf von 14 hätten ihr Ziel getroffen. Dennoch erteilte die Bundeswehr einen Auftrag über mehrere Tausend Drohnen des Typs „HX-2“ für die Brigade in Litauen. Hergestellt werden diese Drohnen noch an „einem geheimen Ort“, können künftig aber in Hallbergmoos gebaut werden. Die Drohe hat vier Motoren, eine Spannweite von einem Meter, ist 12 Kilo schwer und kann bis zu 4,5 Kilo Sprengstoff tragen.

Infrastruktur

In Hallbergmoos hat Helsing etwa ein Drittel der Senderwiese erworben, will von den 250.000 Quadratmetern zunächst mit einer 120.000 qm großen „Resilience Factory“ bebauen. Die dort gebauten Waffensysteme sollen „besonders widerstandsfähig“ sein. Das gilt auch für die Fabrik, die auch „unter Beschuss“ weiter produzieren können soll. Die restliche Fläche dient als Erweiterungsmöglichkeit und für Zulieferbetriebe. Die gute Verkehrsanbindung, das industrielle Umfeld mit Eurofighter, MTU und Airbus und die große Fläche sprächen laut Geschäftsführer Gammel einfach für Hallbergmoos. Helsing will in Hallbergmoos einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) unterstützt die Ansiedelung ausdrücklich, Bayern habe sich gegen andere Mitbewerber durchgesetzt und leiste so einen „einen sicherheitspolitischen Beitrag für die EU und einen wirtschaftspolitischen Beitrag für Bayern“. Auch Ministerpräsident Markus Söder begrüßte den Standort als „starkes Bekenntnis zum Freistaat als Top-Standort für die Verteidigungsindustrie“. Da wollten die CSU- und FW-Fraktionen im Hallbergmooser Gemeinderat natürlich nicht nachstehen und stimmten gemeinsam mit Bürgermeister Benjamin Henn (FW) für das neue Unternehmen – mit der Hoffnung auf Gewerbesteuer für das abgewanderte Unternehmen SAP. Lediglich die Grünen-Fraktion, die an die ökologisch wertvolle Fläche erinnerte, Wolfgang Reiland (Einigkeit), dem das wirtschaftliche Risiko zu groß ist und Wirtschaftsreferent Marcus Mey (CSU) stimmten gegen die Ansiedelung von Helsing. „Die haben noch nie einen Euro Gewinn gemacht – da gehe ich nicht mit“, betonte Mey.

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